Poolpflege mit Chlor – eine gute Idee?

„Chlor“ wird in beinahe alles großen öffentlichen und privaten Bädern und Thermen zur Wasserdesinfektion eingesetzt. Das Wasser wird automatisch mit Chlor dosiert. Durch besonderen Anlagen, welche an unterschiedlichen Stellen ermitteln und dosieren. Für den eigenen Gebrauch ist eine vollautomatische Regulierung viel zu teuer. Hierfür wären selbst bei einem Gartenpool etliche Tausend Euro für Elektronik sowie Technik erforderlich. Eine mögliche Alternative für den Privatanwender ist hier eine chlorfreie Poolpflege

Viele Swimming-Pool Besitzer sind noch immer der Auffassung, dass ein Pool bloß mit Chlor funktioniert. Aber für private Pool Besitzer ist chlorfreie Poolpflege weder gesetzlich verboten noch besonders Schwierig oder teuer. Auch verringern sich bei einem chlorfreien Pool die gesundheitlichen Risiken.  Seinen Swimmingpool mit Chlor per Hand, fehlerfrei sowie gesundheitskonform zu dosieren ist quasi unmöglich. Häufig ist der Chlor Gehalt zu hoch oder zu niedrig, was dazu führt, dass das Pool Wasser unangenehm nach Chemie riecht und der Badespaß dadurch beeinträchtigt wird. Zusätzlich bekommen Menschen mit sensibler Haut Rötungen und Reizungen der Schleimhäute.

Chlor sollte man nicht unterschätzen. Eine falsche Handhabung kann sehr schnell das Wohlbefinden der Badegäste negativ beeinflussen. Selbst in öffentlichen, professionellen Badeeinrichtungen kommt es häufig zu sogenannten Chlorgas-Unfällen. (siehe Google News: Chlorgas)

Deswegen ist vor allem privat die Handhabung von Chlor mit Vorsicht zu genießen. Beispielsweise geschieht es oft, dass die Wartezeit nach der Zugabe von Chlor nicht eingehalten wird, spielende Kinder mit den Chlor Tabletten spielen oder wie oben bereits geschrieben, zu schnell und nicht richtig dosiert wird. Da der Verbrauch von Wasserdesinfektion sehr von der Nutzung (wie viele Personen, zuvor geduscht?, Lage an der Sonne, usw.) abhängt, kann eine Dosierungsanleitung stets bloß durchschnittliche Angaben machen, oft meilenweit vom richtigen Wert entfernt. Chlorfreie Alternativen bieten hier eine gewisse Sicherheit, da sie deutlich leichter in der Handhabung sind.

Bei richtiger Anwendung von Chlor wird das Pool Wasser von schädlichen aktiven Mikroben, Pilzen und Viren befreit. Gegen Algen wirkt es weit weniger effektiv. Hat sich jedoch schon ein grünlicher Algenfilm auf der Wasseroberfläche geformt, oder ein glitschiger Rand entwickelt, so kann selbst Chlor diesen nicht mehr beseitigen. Aus diesem Grund sollten Sie bei jedem Aussenpool darüber hinaus Algizid verwenden – ganz gleich für welche Desinfektionsart Sie sich entscheiden.

Noch ein Problem – besonders bei Hot-Whirl-Pool Nutzern: Chlortabletten sind am wirkungsvollsten bei einer Wassertemperatur von um die 26°C. Bei einer Wassertemperatur von 34°C ist die Wirkung stark begrenzt. Genauso bei nicht korrekt eingestelltem pH Wert. Ist der pH Wert über 7,5, so verliert es mit steigenden Werten stark an Wirkung, bis zu ca 95%.

Cyanursäure wird als Stabilisator bei Chlor-produkten eingesetzt. Diese wird freigesetzt bei der Verwendung von Trichlorisocyanursäure(z. B. in 200gr Tabletten für den Skimmer) oder der Verwendung von Granulat oder Tabs auf Grundlage von kalkfreien Chlortabletten. Genauso beim Gebrauch von organischem, flüssigem Chlor. Das Chlor baut sich durchgängig ab, der Cyanursäureanteil baut sich jedoch nicht ab sondern steigt. Dadurch wird das frei verfügbare Chlor gehindert und kann nicht mehr so gut wirken. Um dieses Problem in den Griff zu bekommen sind besondere Messungen oder regelmäßiger Wassertausch erforderlich.

Kinder und Jugendliche, welche öfters in Schwimmbädern mit chloriertem Wasser schwimmen, haben ein höheres Risiko für Heuschnupfen. Hinweise hierfür beruhen auf einer Studie. Besonders Klein- und Schulkindern aus Familien mit allergischen Erkrankungen raten Forscher von zu häufigen Besuchen in Chlorbädern ab. (Ärzte Zeitung, 22.03.2007)

Neben Reizungen der Augen und Atemwege gibt es auch ein erhöhtes Risiko an Krebs zu erkranken.